Eine Einführung in die guten Werke

In meiner Sinnsuche als junger Mensch probierte ich verschiedene Wege aus, um meinem Leben Sinn zu geben. Einer der Wege war es, dass ich ein guter Mensch sein wollte. Mir war wichtig, dass die Menschen in meinem Umfeld gut von mir dachten.

medium_4871743133

photo credit: Βethan via photo pin cc

In mir schlummerte die Sehnsucht, in diesem Leben etwas bedeutungsvolles zu vollbringen, in dem ich bestrebt war ein „guter Mensch“ zu sein.

Heute schaue ich bedauernd auf meine Bemühungen von damals. Niemand erinnert sich an mich, wegen den Dingen, die ich getan habe. Ich hatte zwar ganz edle Absichten, aber im Nachhinein bin ich vollkommen gescheitert.

Dieser Gedanke gute Werke zu tun, der begegnet mir auch heute noch. Immer wieder lese ich in meiner Bibel von dem Gebot der guten Werke. Und immer wieder bleibe ich an diesen Aussagen hängen. Sie sprechen eine deutliche Sprache, wie man unten lesen kann.

So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5,16

Jesus hat uns zu einem Volk gemacht, das ihm allein gehört und das sich voll Eifer bemüht, Gutes zu tun. Tit 2,14

Auch unsere Leute sollen lernen, nach Kräften Gutes zu tun, wo es nötig ist, damit ihr Leben nicht ohne Frucht bleibt. Tit 3,14

Die Liste der Stellen ließe sich ohne Probleme fortsetzen. Mein Problem allerdings ist nicht die Menge der Stellen, die darüber sprechen, sondern meine Unfähigkeit diese Anweisungen in meinem Leben umzusetzen.

Im folgenden Artikel möchte ich für mich und dich mal aufschreiben, wie wir uns nun auf richtige Weise diesem Thema nähern.

Die Bedeutung von guten Werken

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen über die Bedeutung von den guten Werken. In manchen großen Weltreligionen haben sie eine überragende Bedeutung und sind wesentlicher Teil der menschlichen Bemühungen, das Heil zu empfangen.

Im christlichen Glauben sieht es jedoch anders aus. Folgende Dinge lassen sich anhand der Bibel über die Bedeutung von guten Werken ableiten.

  1. Sie sind nicht ein Mittel um gerettet zu werden. Zwar wird dies oft so gesehen, wenn ich mit Menschen über den Glauben spreche. Viele denken, nur weil man nichts schlimmes getan hat, müsste es doch ausreichen. Die guten Werke können uns nicht retten, weil sie unser Problem der Sünde nicht lösen. Dieses Problem kann nur durch das Opfer Jesus gelöst werden, der sein Leben für unsere Schuld gab. Allein der Glaube an Jesus rettet.
  2. Sie sind ein Merkmal von denen die gerettet sind. Menschen, die die Vergebung ihrer Schuld empfangen haben, tun gute Werke nicht zum Zweck der Errettung sondern aus Dankbarkeit. Rettender Glaube ist immer auch ein Glaube, der sich in guten Werken erweist.
  3. Sie sind ein wesentlicher Teil unseres Auftrags. Menschen, die Jesus nachfolgen existieren nicht mehr einfach so für sich, sondern sie haben eine neue Identität und einen neuen Auftrag und dazu gehören auch die guten Werke. Sie sind Teil von Gottes Strategie, diese Welt mit ihm bekannt zu machen.

Im Anbetracht der oben genannten Punkte bekommen wir einen klare Antwort auf die Frage: Sind gute Werke eine Option oder Pflicht?

Option oder Pflicht?

Diesen Punkt führe ich hier explizit an, weil ich selbst oft dahin neige, das tun von Gutem nur als Option zu sehen. Die Untätigkeit und Lieblosigkeit vieler Christen lässt für mich ebenso auf nichts anderes schließen.

Auch wenn ich hierdurch in der Gefahr stehe, von manch einem falsch verstanden zu werden, so muss ich diesen Punkt doch so klar benennen. Früher als ich das Christentum verschmäht habe, habe ich gedacht, das Wesen des Christentums sei es irgendwelche Regeln zu befolgen. Und jetzt schreibe ich hier diesen Artikel und tue genau das, was ich immer abgelehnt habe.

Ich stelle nämlich folgende Regel auf. Ein Nachfolger von Jesus ist verpflichtet gute Werke zu un.

Allerdings muss diese Regel erklärt werden, sonst sind wir genau bei dem abscheulichen Christentum, was ich abgelehnt habe. Einem menschlichen Machwerk von Verboten und Geboten.

Und das einzige was dem Betrachter von Aussen als Schlussfolgerung bleibt ist: Diese Zwangsjacke ziehe ich mir nicht an. In diese Knechtschaft begebe ich mich nicht. Ich setze mich diesen Druck bestimmt nicht aus. Da bleibe ich lieber selbst bestimmt als mich solch einem Glauben anzuschließen.

Ich gebe zu, unter diesem Aspekt gibt es nichts Einladendes. Wobei ich doch genau das erreichen will. Ich will dir dieses Thema verständlich und schmackhaft machen. So müssen wir also folgende entscheidende Frage beantworten.

Wenn es wieder also nur darum geht, dass wir etwas tun müssen, worin unterscheidet sich der christliche Glaube denn von all den anderen Religionen?

Und die Lösung liegt in der Quelle von den guten Werken.

Die Quelle der guten Werke

Ja, es stimmt sie sind von Gott gefordert. Ja es stimmt, wir sind verpflichtet sie zu tun. Aber wir sind nicht allein gelassen in diesem Gebot.

Folgende zwei Dinge sind wesentlich, um sich der Frage auf die richtige Weise zu nähern.

  • Die Frage der Motivation. Wer verstanden hat, welche Bedeutung die guten Werke haben, kann die Frage der Motivation auf richtige Weise beantworten. Unser Motiv sollte also nicht sein, gutes zu tun um bei Gott Punkte zu sammeln und bei ihm anzukommen, denn dies erzeugt immer nur Druck. Sondern unser Motiv sollte sein, weil Gott mich mit so viel gutem beschenkt hat, will ich gutes Tun. Weil Gott mich verlorenem Sündern so radikal verändert hat, deshalb möchte ich radikal anders leben, in dem ich gute Werke tue.
  • Die Frage der Befähigung. Diese Frage ist ebenso wichtig, denn sie klärt aus welcher Kraftquelle wir diese guten Werke tun. Es gibt so viele Menschen, die gute Werke tun, aber nur glaubende Jesus Nachfolger können die guten Werke tun, weil Gott sie dazu befähigt. Natürlich besteht auch hier immer noch die Gefahr aus eigener Kraft zu leisten, aber dies brauchen wir nicht mehr tun.

Übt jemand einen praktischen Dienst aus, soll er die Kraft in Anspruch nehmen, die Gott ihm dafür gibt. 1.Petr 4,11

Die Abrechnung erfolgt am Ende

Immer wieder erschüttert mich eine Aussage in der Bibel, die von der ewigen Bedeutung spricht, die dieses Thema hat. Dort schreibt Paulus in 2.Kor 5,10

Denn einmal werden wir uns alle vor Christus als unserem Richter verantworten müssen, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat. 2.Kor 5,10

Das bedeutet: Jede gute Tat bewirkt ewigen Lohn im Himmel. Ganz einfach. Ja, gerettet sind wir und dazu tragen die Werke nichts bei. Wie wir jedoch die ewige Erlösung erleben werden, hängt entscheidend ab, von unserem Einsatz hier auf Erden.

Am Ende möchte ich dir folgende Fragen zum Nachdenken mitgeben?

Was würde geschehen, wenn alle Nachfolger Jesu diesem Gebot gehorsam wären?

Wie sehr würden Menschen aufmerken, wenn sie unser Leben beobachten?

Was muss geschehen, damit du beginnst diese guten Werke zu tun?

Frage: Wie denkst du über dieses Thema? Wie leicht oder wie schwer fällt es dir gutes zu tun? Was sind Schwierigkeiten im Bezug auf dieses Thema? Welche Fragen sind offen geblieben? Über Anregungen und Kommentare würde ich mich freuen.

Comments

  1. Gute Gedanken, Danny. Am Anfang hast du geschrieben, dass sich heute niemand mehr an deine Guten Taten von früher erinnert. Gut, dass wir jetzt als Christen wissen dürfen, dass keine einzige Gute Tat von Gott vergessen ist, sondern vielmehr durch Ihn gewirkt wird, zu seiner Ehre und unserer Freude.

    An dieser Stelle möchte ich für die kommende Ausgabe des Timotheus Magazin Werbung machen: Das Heftthema wird sein „Gute Werke“

    http://www.timotheusmagazin.de/

    Da wird das Thema von unterschiedlichen Positionen aus betrachtet.