In die Arme des Vaters

Seit einigen Wochen erkundet mein Sohn die Welt auf seinen eigenen Beinen. Dies anzusehen bereitet mir viel Freude. medium_4226629340 Die größte Freude empfinde ich, wenn er Papa ruft, die angelehnte Tür meines Arbeitszimmers aufstößt und voller Freude mit erhobenen Armen in meine Arme läuft. Ich hebe ihn dann hoch. Drücke ihn und freue mich einfach, dass er nahe bei mir ist.

Gestern dachte ich ein wenig über die Freude nach, Vater zu sein.

Die erhobenen Arme meines Sohnes, der vom Vater hochgenommen werden will, zeugen für mich von der Sehnsucht in der Nähe des Vaters zu sein.

Ich konnte nicht anders als daran zu denken, wie mein Vater im Himmel über mich denkt. Dabei stellte ich mir folgende Fragen:

  • Bin ich ein Kind Gottes, dass sich immer wieder mit erhobenen Armen in die Gegenwart des Vater begibt um von ihm „hochgenommen zu werden“?
  • Stoße ich mit Freuden die Tür zu meinem Vater auf und laufe ich ihm freudestrahlend entgegen?
  • Genieße ich es in der Gegenwart meines Vater zu sein?

Leider kann ich diese Fragen nicht einfach so mit einem lauten JA beantworten.

Wenn es dir ähnlich geht, dann lies nur weiter. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob du ein Vater bist, sondern wichtig ist, dass du ein Kind Gottes bist.

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Beziehung zu Gott leidet, wenn wir die oben genannten Fragen nicht mit einem lauten JA beantworten können.

Aber wie kommen wir nun dahin, die Gemeinschaft mit Gott dem Vater zu genießen? Zuerst ist es wichtig, dass wir verstehen, wie Gott über uns denkt.

Die Freude des Vaters

Die Freude die ich empfinde, wenn ich meinen Sohn sehe, entspringt, der Freude Gottes, unseres Vater. Paulus sagt, dass von Gott dem Vater, jede Vaterschaft hier auf Erden ausgeht. Empfinde ich also Freude tue ich das, weil Gott sich ebenso an seinen Kindern freut. Schon im Alten Testament lesen wir von dieser Freude Gottes.

Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. (Zeph 3)

Zweimal lesen wir hier, über die Freude Gottes, die er an seinen Kindern hat. [Für die Exegeten unter meinen Lesern: Ich bin mir natürlich bewusst, dass dieser Text zuerst an das Volk Israel gerichtet ist.]

Aber halten wir hier mal folgendes fest: Gott, der Vater freut sich über dich. Glaubst du das? Wenn Gott an dich denkt, erfüllt es ihn mit Freude. Für uns ist wichtig zu beachten, dass wir ebensolche Freude an Gott empfinden können. Wir müssen folgendes begreifen:

Die Liebe des Vaters

Mein Sohn läuft mit Freuden mir entgegen, weil er sich von mir geliebt weiß. Dass Gott uns liebt, sollte genauso für uns der Grund sein, warum wir uns an ihm erfreuen. John Owen(16.Jhdt) hat in seinem Buch Communion with God viel zu diesem Thema geschrieben. Er sagte unter anderem:

In dem Maß, wie wir die Liebe Gottes erkennen, werden wir uns auch an ihm erfreuen und nicht mehr.

Die Liebe Gottes, unseres Vater ist also der Grund für all unsere Zuneigung. John Owen fragt dementsprechend:

Wenn nicht die Liebe des Vaters ein Kind dazu bringt sich an ihm zu erfreuen, was wird es dann tun?

Haben wir Probleme uns Gott zu nahen und finden wir keine Freude in der Gemeinschaft mit ihm, dann liegt es wohl daran, dass wir nicht verstanden haben, wie sehr Gott, der Vater uns liebt.

Lauf in die Arme des Vaters

Es ist egal, wie deine Beziehung gerade aussieht, wir alle müssen es lernen uns dem Vater zuzuwenden. Wir müssen unsere Hände aufheben und daran glauben, dass der Vater nur darauf wartet uns „hochzunehmen.“ Er liebt uns und ihm liegt so viel daran, dass wir seine Nähe genießen und uns an ihm erfreuen.

  • Trainiere deine Gedanken in Richtung der ewigen, bedingungslosen Liebe des Vaters und sieh ob dein Herz nicht erfüllt wird von Freude an ihm.
  • Falls du dich entfernt hast und dir die Liebe Gottes fremd geworden ist, dann komm zurück und erkenne, dass der Vater auf dich wartet.
  • Bete, dass Gott dich fähig macht zu erkennen, wie sehr er dich liebt.

Frage: Wie steht es um deine Gemeinschaft mit Gott, dem Vater? Hast du Freude an ihm und wie geht es dir bei dem Gedanken, dass Gott Freude an dir hat?