Warum du keine Ausrede für dein schwaches geistliches Leben haben kannst

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Wie schwach fühlst du dich manchmal, wenn du an dein geistliches Leben denkst?

Ich gebe ehrlich zu, dass ich manchmal meine körperliche Schwachheit als Ausrede nehme, für mein schwaches geistliches Leben. (Du musst wissen aufgrund meiner Erkrankung, leide ich an einer erhöhten Erschöpfung) Aber die Frage ist: Ist dies eine Ausrede die gilt?

Was für Ausreden fallen dir manchmal ein?

Ich habe ein Video entdeckt, in dem der Prediger Paul Washer auf diesen Punkt eingeht. Er bezieht sich in einem Vortrag auf Christen, die sich bei ihm beklagen, über ihr geistlich schwaches Leben.

Und er gibt eine wirklich treffende Antwort, die mich sehr ins Nachdenken gebracht hat.

Das Problem ist: Wir sind so schwach, weil wir denken wir wären stark. Wir erkennen leider nicht, dass wir schwach sind. Dadurch meistern wir unser Leben aus eigener Kraft, statt in unserem Herrn die Stärke zu finden.

Aber schau dir selbst dieses Video an. Es ist in englisch mit deutschen Untertiteln.

Comments

  1. Hi, schön, dass du wieder blogst.
    Puuh, Paul Washer, der Kerl macht mir echt Mühe. Jedes Mal, wenn ich ein Video von ihm sehe (und dein gepostetes, das ich mir eben angeschaut habe, war nicht das erste von ihm), denke ich: „Autsch, der Kerl will das Richtige, aber geht einen völlig falschen Weg.“
    Bei ihm höre ich so viel Druck, doch jetzt ein „richtiges“ christliches Leben zu leben und so wenig Einladung die Liebe Gottes und seine Gnade zu erkennen, so wenig von der besten Beziehung, die ich zu meinem liebenden Vater, der das Sündenproblem durch Jesus gelöst hat, haben kann.
    Schlimmstes Beispiel von Paul finde ich das hier. Da sage ich: Das Evangelium, gegen das er sich wenden will, predigt er selbst, nämlich ein falsches Evangelium. Der Weg in ein heiliges Leben ist nicht mehr Gesetz, sondern mehr Gnade, ist nicht ein Betonen dessen, was uns noch fehlt, sondern ein Betonen dessen, was Jesus schon getan hat – ohne dass wir dafür etwas leisten müssen, auch nicht nachher.

    • Hallo David, ich sehe in den besagten Videos keinen Widerspruch. In dem geposteten Video lässt Washer erkennen, dass nur das Evangelium befreien und uns geistlich stark machen kann. In dem Video, dass du verlinkst sehe ich auch kein Problem. Er zitiert Jesus, der sagte: Viele werden sich am Ende getäuscht haben, weil sie dachten sie gehörten dazu, aber gar nicht wirklich gerettet waren. Und dann bezieht er sich auf Dinge im Leben von Jugendlichen, die auch mich fragend machen. Wie kann einer Hoffnung haben gerettet zu werden, wenn das Leben sich in kleinster Weise unterscheidet von dem anderer Jugendlichen. Da kann man noch so viel von Gnade reden. Jugendliche, die von der Gnade ergriffen wurden, die leben ein verändertes Leben. Und genau das ist was er sagt. Ja, es stimmt in dem Video kommt keine Gnade vor. Aber Washer ist fest davon überzeugt, dass nur Gnade rettet. So wie Jesus und so wie auch ich, ist er aber in Sorge darum, dass viele meinen nur das bloße Bekenntnis rettet. Dem ist aber nicht so. Gnade rettet, aber wer gerettet ist, lässt das durch ein verändertes Leben erkennen.

      • So lesen wir uns abwechselnd auf deinem und auf meinem Blog. 🙂 Finde ich gut.
        Ich wiederhole mich zu Beginn gern noch einmal: Ich glaube, dass Washer das Richtige möchte, geht dabei aber einen völlig falschen Weg. Er möchte, dass Christen ein hingegebenes Leben führen, dass sie Jesus mit ganzem Herzen nachfolgen. Finde ich absolut wichtig und ich vermute, dass wir beide dieses Anliegen teilen, sonst würdest du nicht diesen Blog schreiben.
        Aber: Ich glaube, dass der Weg dahin nicht mit mehr Druck ist, mit mehr schlechtem Gewissen, mit mehr „Jetzt strengt euch doch mal wirklich an!“, „Jetzt verleugnet endlich euch selbst und nehmt euer Kreuz auf euch“.
        Du schreibst:
        „Jugendliche, die von der Gnade ergriffen wurden, die leben ein verändertes Leben.“
        Da bin ich völlig deiner Meinung. Ich glaube allerdings, dass extrem viele Jugendliche noch gar nicht wirklich Gnade begriffen haben. Wie auch? Echte Gnade bzw. echtes Evangelium wird m.E. so wenig gepredigt. Ich sage es oft so: Die meisten Christen haben das Evangelium noch gar nicht gehört. Sondern meist ein mit Gesetz verunreinigtes Evangelium, a la: „Jetzt bist du aus Gnade gerettet, jetzt streng dich aber mal an und lebe ein würdiges Leben. Zeig durch deine Früchte, dass du ein guter Baum bist“. Wie viele Christen habe ich schon gehört, die sich sorgten, ob sie vielleicht die Sünde wider den Heiligen Geist begangen haben oder ob Jesus sie jetzt vor dem Vater verleugnet, weil sie ihren Glauben verleugnet haben. Wir sind gerettet aus Gnade errettet durch Glauben. Nicht durch die dem Glauben folgenden Werke!
        Wie sagte der Theologe D. Martyn Lloyd-Jones so schön: “If your preaching of the gospel of God’s free grace in Jesus Christ does not provoke the charge from some of antinomianism, you’re not preaching the gospel of the free grace of God in Jesus Christ.”
        Mit anderen Worten: Wenn deine Predigt des Evangeliums der Gnade (Apg 20,24) nicht automatisch die Rückfrage auslöst, die Paulus in Römer 6,1 anführt, dann hast du vermutlich noch gar nicht das Evangelium gepredigt.
        Und diese Frage stellt man nach dem „Evangelium“, das Paul Washer da predigt, garantiert nicht.