Wozu der Gottesdienst eigentlich da ist

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Gehst du manchmal leer aus dem Gottesdienst nach Hause?

Fehlt dir manchmal das besondere Etwas, wenn du an den Gottesdienst deiner Gemeinde denkst?

Zweifelst du vielleicht sogar am Sinn der Gottesdiensttradition?

Fest steht: Das Feiern eines Gottesdienstes war von Anfang an Bestandteil der Gemeinde. Sie traf sich am ersten Tag der Woche, nachdem Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden ist.

Das Leben in Gemeinschaft und das regelmäßige Treffen der Gemeinde gehört also zu den wesentlichen Bestandteil im Zeitplan eines Jüngers Jesu.

Doch was ist eigentlich der Sinn solch eines Treffens?

Warum ist es gut in den Gottesdienst zu gehen und was sollte zentraler Bestandteil eines Gottesdienstes sein?

Ich stieß heute auf einen kurzen Artikel von Ray Ortlund, der hierzu eine gute Antwort gegeben hat.

Er sagt: Zwei Dinge sollten in jeder Evangeliums-zentrierten Gemeinde jeden Sonntag passieren. Erstens, das Evangelium sollte gepredigt werden. Zweitens, das Evangelium sollte erfahren werden. 

1. Die Verkündigung des Evangeliums

Vielleicht denkst du, das Evangelium ist nur dazu da, damit Leute sich bekehren. Deswegen muss deiner Meinung nach das Evangelium nicht Bestandteil eines jeden Gottesdienstes sein. Aber da hast du dich geirrt. Das Evangelium ist die Grundlage unseres ganzen christlichen Lebens.

Das Evangelium handelt von Jesus, der stellvertretend für uns sündige Menschen an einem Kreuz starb, um uns vor dem Zorn Gottes zu bewahren. Wir werden diese Gnade niemals vollständig erfassen, aber sie wird und muss uns bis an unser Lebensende begleiten. 

Dementsprechend sollten zwei zentrale Aspekte des Gottesdienstes geprägt sein von dem Evangelium.

Die Lobpreiszeit –  Im Himmel wird in alle Ewigkeit das geschlachtete Lamm im Zentrum unserer Anbetung sein. Ist es da nicht selbstverständlich, dass auch die Anbetung am Sonntag das Kreuz zum Mittelpunkt haben sollte? Es ist ein großer Widerspruch, wenn der Lobpreis hier auf Erden stattdessen die menschliche Erfahrung in den Mittelpunkt der Anbetung stellt, wie es oft geschieht.

Die Predigt – Es gibt Geschichten, die haben zuerst nichts mit dem Evangelium zu tun. Aber der Prediger sollte dennoch in seiner Anwendung in irgendeiner Weise auf das Evangelium zu sprechen kommen und das ohne, dass es künstlich und aufgesetzt wirkt.

2. Die Erfahrung des Evangeliums

Ortlund bezieht sich dann in seinem Artikel mehr auf diesen Aspekt. Er meint mit der Erfahrung des Evangeliums, ein Miteinander, dass sich anfühlt wie die Gnade Gottes.

Diese Erfahrung sollte im starken Kontrast stehen zu dem, was wir unter der Woche erleben. Dort schwimmen wir in einer Welt die beherrscht ist von Kritiksucht, unbarmherzigen Vergleichen und unerfüllten Erwartungen. Wir werden in Traurigkeit eingeweicht, während man trotzdem von uns erwartet fröhlich zu sein, schreibt er.

Er schreibt weiter: Wenn wir dann am Sonntag in die Gemeinde kommen, sollte der Sieg von Jesus alles um uns herum neu definieren. Wenn eine Gemeinde diese Zuversicht hat, dann wird sich die Atmosphäre offensichtlich von der Welt unterscheiden. Jeden Sonntag werden wir in solch einer Art von Gemeinde die Barmherzigkeit Gottes neu entdecken, unsere Einheit mit Christus, die Gegenwart des Heiligen Geistes, und die überwältigenden Verheißungen des Evangeliums.

Wenn diese guten Nachrichten wieder frisch über uns kommen und die Freude davon über unseren Herzen herein bricht – wissen wir wie sich die neue Schöpfung jetzt gerade anfühlt. Es ist der Herr selbst, der uns in seine neue Gemeinschaft einhüllt, und uns umgibt mit „Rettungsjubel“.(Ps 32,7)

Wenn eine Gemeinde nur Lehre vom Evangelium predigt, ohne eine Kultur des Evangeliums zu schaffen, sind die Auswirkungen gering. Die Botschaft mag sehr „biblisch“ erscheinen, aber sie wird nicht glaubhaft und überzeugend sein, schreibt Ortlund abschließend.

Deswegen sollte der Sonntaggottesdienst von folgenden Erfahrungen geprägt sein.

Freude, die zum Ausdruck kommt – Oben siehst du das Foto von gefangenen Soldaten, die nach dem Ende des Krieges froh sind über ihre Befreiung. Sollten sich Christen nicht ebenso jeden Sonntag neu über die Erlösung freuen. Achte mal darauf wie viel echte Freude beim nächsten Besuch eines Gottesdienstes zu sehen ist.

Mutmachung und Stärkung – Im Evangelium sehen wir die bedingungslose Annahme Gottes. Diese müssen wir auch einander zu kommen lassen und uns dadurch Mut machen und aufbauen.

Liebe und Barmherzigkeit – Wenn wir begreifen wie sehr uns Gott in Jesus geliebt hat, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als andere zu lieben. Diese Liebe im Evangelium ist jedem Christen absolut ersichtlich und doch fehlt es so oft an der wirklichen Erfahrung dieser Liebe im Miteinander.

Ich frage mich, ob das Evangelium, dieses unverdiente Geschenk, diese großartige Rettung jeden Sonntag so präsent ist in unseren Gemeinden, dass sie die ganze Atmosphäre bestimmt und uns verändert. 

Ich mache dir Mut in deiner Gemeinde auf diese Aspekte zu achten. Falls du sie jedoch in deiner Gemeinde vermisst, mache ich dir Mut dennoch in dieser Siegesstimmung des Evangeliums in den Gottesdienst zu gehen. Jesus hat alles für uns gewonnen. Es gibt so viel Grund zum Jubeln. Deswegen jubele, wenn auch innerlich, so laut, dass andere sich fragen, was mit dir los ist. 

In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Sonntagsgottesdienst.