Zum wem sollen wir eigentlich beten?

Preying-or-praying Immer wieder begegne ich Christen, die auf eine ganz bestimmte Art Beten.

Sie beginnen das Gebet, indem sie Gott einfach Gott nennen. Ich weiß nicht, wie es dir dabei geht, aber mir erscheint diese Anrede immer ein wenig fremd.

Falls du so betest, oder dich auch immer schon gefragt hast, zu wem wir eigentlich beten sollen, dann ist dieser Artikel für dich.

Ich finde, das einfache Wort Gott klingt so unbestimmt und irgendwie leer, wenn wir es einfach so gebrauchen.

Es gibt so viele Menschen, die den Begriff “Gott” kennen und benutzen, aber für sie steckt nichts dahinter.

Bei dir ist es doch eigentlich anders, oder?

Eigentlich ist es keine weltbewegende Frage und dein Heil hängt auch nicht davon ab, aber es ist dennoch wichtig, dass wir uns die Frage stellen: Wie beten wir eigentlich zu Gott? Das heißt, wie sprechen wir ihn richtig an.

Immerhin glauben wir ja an einen Gott, der nicht einfach Gott ist. Sondern dieser Gott hat sich uns vorgestellt in drei verschiedenen Personen. Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist.

Wenn du Gott also mit Gott ansprichst, ist das in gewisser Weise ungenau.

Klar könntest du sagen, Gott muss doch wohl wissen, wer jetzt gemeint ist.

Aber die Frage ist: Weißt du, wen du meinst, wenn du dich im Gebet an Gott wendest und ihn dabei Gott nennst?

Die Lehre der Bibel

Ohne lang drum herum zu reden, möchte ich dir sagen, dass die Bibel uns deutlich sagt, wie wir zu Gott beten sollen.

Es waren die Jünger, die Jesus und seine Art zu beten bewunderten. Sie waren ergriffen von der innigen Beziehung die Jesus zu seinem Vater hatte.

Sie wandten sich also an Jesus und baten ihn: Herr, lehre uns beten! (vgl. Lukas 11,1) Jesus ging auf diese Bitte ein und lehrte seine Jünger zu allererst folgende Lektion:

Wenn ihr betet, so sprecht: Vater!

Das bedeutet, die erste Lektion in der Schule des Gebets war es, Gott in der richtigen Weise anzusprechen.

Jesus hat die Frage, wie wir Gott anreden sollen also als aller erstes geklärt. Er sagte: Wendet euch im Gebet an Gott, den Vater im Himmel, der euer Vater ist. Dieser Vater im Himmel ist Gott.

Er ist Gott, unser Vater und er ist zu unterscheiden von Gott, dem Sohn. Dieser hat uns gelehrt, wie wir beten sollen. Die Frage, die ich mir nun stelle ist, welche Gründe es wohl geben könnte, warum du zu Gott nicht als Vater betest.

Fünf Erklärungsversuche

Ich glaube folgende Gründe könnten eine Rolle spielen.

  • Deine Unwissenheit. Ich kann es mir gut vorstellen, dass du zwar vom Vater-Unser weißt, aber du hast nicht gewusst, dass dir damit ein Mustergebet gegeben ist, von dem du lernen kannst, wie man betet. Du weißt nur, dass ein Christ zu Gott beten soll und das tust du, indem du dich an Gott wendest und ihn mit Gott ansprichst.
  • Gewohnheit. Es kann natürlich auch sein, dass du zwar andere Christen hörst, wie sie zu Gott, dem Vater beten, aber es hat keine Auswirkungen für dich. Du bist es gewohnt, Gott als Gott anzusprechen, und das tust du schon seit dem du angefangen hast zu beten und du siehst keinen Grund es zu ändern.
  • Falsches Vorbild. Die Art wie du betest hast du dir vielleicht von jemandem abgeschaut, der auch schon so gebetet hat. Vielleicht war diese Person dir wirklich ein gutes Vorbild in vielen Bereichen deines Lebens. So hast du dir die Art wie man betet abgeschaut und deswegen betest du nun so.
  • Ein gestörtes Vaterverhältnis ist möglicherweise eine tieferliegende Erklärung dafür, dass du Gott nicht als Vater ansprichst. Weil dein Vater schlecht war, hast du ein Problem, Gott als Vater anzusehen. Es ist dir nicht möglich, in eine innige Beziehung zu deinem Vater im Himmel zu treten, weil du bei dem Begriff “Vater” immer an deinen irdischen Vater denkst.
  • Mangelnde Erkenntnis von Gott, dem Vater ist vor allem dann ein Problem, wenn du eigentlich noch gar kein Kind Gottes bist. Dann liegt es in der Natur der Sache, dass du Gott nicht als Vater ansprechen kannst. Davon will ich aber in deinem Fall nicht ausgehen. Ich kann mir aber vorstellen, dass du noch nicht vollständig begriffen hast, dass Gott dein Vater ist. Er ist ein vollkommener Vater, der dich liebt als sein geliebtes Kind.

Jetzt magst du vielleicht fragen, warum diese Sache denn so wichtig ist. Können wir uns nicht über wichtigere Dinge den Kopf zerbrechen? Ich stimme dir zu, dass es wichtigere Dinge gibt als diese Sache.

Viel wichtiger ist zum Beispiel, dass wir überhaupt beten. Aber da ich weiß, dass du das tust, sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir beten.

Warum ist das wichtig?

Eigentlich ist die Sache einfach.

Jesus hat es seinen Jünger beigebracht, dass sie so beten sollen.

Er hatte eine innige und vertrauensvolle Beziehung zu seinem Vater. Durch diese konnte er seinen schweren Weg ans Kreuz antreten und unser Erlöser werden. Er selbst war als Gott-Mensch hier auf der Erde abhängig vom Gebet.

Ein wesentlicher Teil seiner Lehre war, dass wir Gott als unseren Vater ansprechen. Wollen wir beten wie Jesus gebetet hat, sollten wir es ihm nachmachen, und Gott als unseren Vater ansprechen.

Frage: Wie hast du bisher gebetet? Warum hast du so gebetet? Kannst du erklären warum du Gott nicht als Vater ansprichst? Glaubst du, es ist möglich deine Anrede zu ändern und auf das Beispiel Jesu zu achten? 

Comments

  1. Daniel Behrens says:

    Schick den Artikel doch mal diesen Mann, der „Mein Gott, mein Gott….“ betete. Ich glaube du weißt wen ich meine.

    • Hallo Daniel, danke für deinen Kommentar. Aber ich verstehe nicht, warum ich tun sollte was du sagst. Was meinst du wäre der Sinn dahinter? Soll ich diesen besagten Mann bloßstellen, weil er selber nicht getan hat, was er anderen beigebracht hat? Oder gibt es vielleicht eine andere Erklärung warum Jesus als er am Kreuz hing betete, indem er sprach: „Mein Gott, mein Gott …“? Ich glaube die gibt es. Wer die Bibel kennt, weiß, dass Jesus mit diesem Ausspruch den Anfang von Psalm 22 zitierte. Und wer die anderen Aussprüche Jesu kennt, die er vor seinem Tod sprach, der weiß, dass Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“(Lk 23,34) und „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“(Lk 23,46) Ich werde diesen Artikel also bestimmt nicht an diesen Mann schicken, denn es würde keinen Sinn machen.

      • Daniel Behrens says:

        Hallo,
        mir ging es einzig darum zu zeigen, das „Vater“ nicht die einzig wahre Anrede ist. Jesus selbst redete seinen Vater mit „Gott“ an, die Jünger gebrauchen „Gott“ oder „Herr“, oder „Herr Jesus“ wie Stephanus, und nicht die Anrede Vater wie sie sie von Jesus gelehrt bekamen. Warum? Weil es Jesus im „Vater Unser“ um Prinzipien des betens ging: Eine persönliche intime Beziehung zu Gott, horizontal und vertikal ausgerichtet. Das gilt es zu kapieren, und nicht einfach nur Formen zu kopieren, sonst sind wir nur Nachahmer und keine Nachfolger (was leider oft geschieht). Ob wir nun „Vater, „himmlischer Vater“, „Herr“, „Jesus“ oder eben „Gott“ als Anrede gebrauchen ist do egal, solange wir kapiert haben wer Gott ist und wie er ist, und das mit der Anrede verbinden. (Sogar „Du, der du bist wie eine Mutter“ währe doch eine legitime Anrede, da Gott sich im AT auch mit weiblichen Attributen beschreibt.) Die Frage ist doch also nicht wie wir Gott anreden, sondern was wir mit der Anrede verbinden und wie wir das Wort füllen. Und wenn es mir unpersönlich vorkommt, das manche „nur“ „Gott“ sagen, dann kann ich sie ja Fragen, wer Gott für sie ist. Und ich kenne Menschen, die Aufgrund ihrer Biographie auf lange Sicht nie die Anrede Vater gebrauchen werden, die aber ein persönliches Verhältnis zu Gott haben, so das ich nur staunen kann.

        • Hallo Daniel, mit solcher Art von Kommentar lässt sich schon eher ein konstruktiver Dialog führen. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Ich wollte auf keinen Fall zum Ausdruck bringen, dass die richtige Anrede alles ist. Ich habe nur versucht zu sagen, dass die Verwendung des Vater-Begriffs ein erster Schritt in eine innige Beziehung zu Gott dem Vater sein kann.

  2. conny says:

    Da sich der Vater durch den Sohn offenbart hat, halte ich es auch für richtig unseren Herrn Jesus anzubeten.Hat nicht der Vater dem Sohn die „Macht“ übergeben? Und wie ist dann Jes.9.5 zu verstehen? Jetzt bin ich gespannt, welche Antwort ich als noch Babychrist bekomme

    • Hallo Conny,
      es freut mich, dass du diesen Artikel entdeckt hast. Meine Absicht war es zu erklären welche Hauptrichtung unser Gebet haben sollte. Natürlich dürfen und sollen wir auch Jesus anbeten. Immerhin werden wir dies auch in der Ewigkeit tun. Aber als Jesus seine Jünger über das Gebet lehrte, brachte er Ihnen dieses wichtige Prinzip bei, dass sie vor allem anderen zum Vater beten sollen. Interessant ist, dass wir in der Bibel nur ein einziges Mal erwähnt finden, dass jemand sich im Gebet konkret an Jesus wendet. Davon zu lesen ist in Apostelgeschichte 7. Stephanus betet: Herr Jesus nimm meinen Geist auf. Dass du Jes 9,5 hier einbringst finde ich interessant, aber hilft zur Klärung der Frage: zum wem wir beten sollen wenig, denn in dem Vers geht es nicht um Gebet. Ich wünsche dir von Herzen, dass du Gott als deinen Vater erlebst, an den du dich vertrauensvoll mit allem wenden kannst, was dich bewegt. Mit lieben Grüßen Danny

  3. Torr. Innan fontänen satt igång och nejvisst inte behöver vi någon på ryggen.
    Domaren lutade sig framåt. „Tänk efter noga, mr Vaughan. Det är viktigt att du säga till henne att Yolande inte var med på resan från radikala husockupanter till respektabla ägar-ockupanter utan att ens lämna honom för dig, Vaughan, bara stöttande. „Om man ser på fall att vi inte behöver träffa mig blev jag rädd; både identitet och ansikte.
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    Jag hade verkligen försökt, men misslyckats på någon audition eller så,

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  4. Du sprichst mir aus dem Herzen, Danny! Jesus hat so viel investiert, damit ich „Vater“ zu Gott sagen darf; wie sollte ich ein solches Privileg nicht nutzen!

  5. Raymond says:

    Warum eigentlich Vater und nicht Mutter?? Ja, ich weiss, Jesus sagt Vater (oder zumindest wurde es so geschrieben)