3 falsche Wege im Umgang mit Leid

 

Leid ruft immer irgendeine Reaktion in uns hervor. Wir sind Menschen und wenn es weh tut, dann reagieren wir auf die eine oder andere Art und Weise. Heute wurde ich untersucht und es haben sich tatsächlich Veränderungen in meinem Gehirn gezeigt. Das heißt mir steht nun ein Leidensweg bevor. Diesen kann ich verschiedene Weise angehen.

Nachdem ich vorgestern 4 wesentliche Wahrheiten im Umgang mit Leid dargestellt habe, möchte ich in diesem Artikel persönlicher schreiben, über 3 Wege, die für mich absolut keine Option darstellen.

Der erste Weg basiert auf einer Lüge, die besonders unter sogenannten Charismatikern weit verbreitet ist. Die Lüge der ich nicht glaube, klingt so.

1. Jesus hat alle Krankheiten am Kreuz getragen. Gott will nicht, dass ich krank bin.

Ich halte diese Aussage für eine der schlimmsten Lügen, denen Christen glauben schenken können. Sie widerspricht in allen Dingen der Lehre der Bibel. Es stimmt, dass diese Aussage im Buch des Propheten Jesaja zu finden ist. Dort steht: Fürwahr, er trug unsere Krankheiten. Jesaja macht diese Aussage zuerst einmal aus der Sicht des Volkes Israel. Dabei ist hier auf keinen Fall, die körperliche Krankheit eines einzelnen Israeliten gemeint.

Beziehen wir als Christen diesen Text nun auf uns, so dürfen wir hier ebenso nicht davon ausgehen, dass Jesus hier die individuellen Krankheiten von einzelnen Menschen getragen hat. Vielmehr geht es hier darum, dass Jesus unsere Krankheit der Sünde getragen hat und alle Schmerzen die wir als Folgen der Sünde erleben müssen.

Ein weiteres Argument gegen diese dreckige Lüge ist folgendes. Die Bibel ist ein Buch, das voll ist von Leid. Vor allem Paulus war ein Mann, dem Leid vertraut war. Er selbst betete dreimal, dass Gott ihm dieses Leid wegnähme und er tat es nicht.

Paulus erkennt, dass Gott seine Ziele mit diesem Leid verfolgt und er ist bereit es dankbar anzunehmen.

So halte ich für mich fest: Jesus hat am Kreuz meine Sünde getragen. Dies ist die größte Krankheit die mich befallen hatte. Von dieser hat Jesus mich befreit. Gott will, dass ich krank bin. Er hat mir diese Krankheit gegeben.

Die nächsten zwei Wege sind natürliche Reaktionen von uns Menschen, wenn wir mit Leid konfrontiert sind. Bei der ersten Reaktion handelt es sich um eine Aussage, die wir über die Rechtfertigung für das Leid treffen. Sie lautet:

2. Ich habe, das nicht verdient.

Diese Aussage geht von der Grundannahme aus, dass das zu tragende Leid eine Strafe ist. Nur mit diesem Verständnis gelangt man zu dieser Aussage. Man schaut auf sich, vergleicht sich mit anderen und stellt dann fest: Ich habe nichts getan, was diese Strafe rechtfertigt.

Ich möchte eine andere Perspektive einnehmen. Das einzige, was ich verdient habe, ist die ewige Strafe Gottes für meine Rebellion gegen ihn. Diese hat Gott jedoch ungerechtfertigter Weise von mir abgewandt. Alle anderen Gaben, die ich nun erhalte, sind ein unverdientes Geschenk.

Daraus folgt: Ich sehe selbst das bitterste Leid nicht als Strafe, sondern als ein freundliches Handeln Gottes an mir. Ich habe nichts verdient, alles ist Gnade.

3. Die Frage nach dem Warum.

Es ist wohl die menschlichste aller Reaktionen. Wir wollen verstehen, warum die Dinge sind wie sie sind. Wir wollen von dem allmächtigen Gott Erklärungen, warum er Leid zulässt oder vielleicht sogar sendet.

Einer meiner Bekannten schrieb mir gestern, nachdem er von meiner Krankheit gehört hatte: Ich hoffe du bekommst in deinem Glauben Erklärungen.

Diese Hoffnung habe ich selbst allerdings nicht. Ich weiß, dass die Frage nach dem Warum immer ins Leere führt. Gott erklärt mir nicht, warum ich dieses Leid jetzt zu tragen habe. Er muss es mir auch nicht erklären. Er ist mir keine Antwort schuldig. Ich bin ein Klumpen Ton in der Hand des Töpfers. Und so wie ein Klumpen Ton nicht zum Töpfer sagen kann: Warum machst du mich so? So kann ich auch nicht zu Gott fragen, warum er so mit mir umgeht.

Er ist Gott. Ich bin Mensch. Ich vertraue ihm. Er hat seine guten Absichten. Ja, es wird weh tun. Aber die Frage nach dem Warum wird meinen Schmerz nicht lindern, denn ich bekomme sowieso keine Erklärung.

Leid gehört zur menschlichen Existenz. Es ist natürlich, dass wir auf Leid reagieren. Ich entschließe mich, die drei oben beschriebenen Wege nicht zu wählen. Sie führen ins Nichts. Ich wähle den einen Weg, den Weg des Glaubens. Es war ein unbekannter Soldat, der im Angesicht des bittersten Leides diesen Weg des Glaubens wählte.  Er wählte folgende Worte um seinen Umgang mit Leid zu beschreiben.

Wenn über ungelösten Fragen mein Herz verzweiflungsvoll erbebt, an Gottes Liebe will verzagen weil sich der Unverstand erhebt, dann darf ich all mein müdes Sehnen in Gottes Rechte legen sacht und leise sprechen unter Tränen, dass Gott nie einen Fehler macht.


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