9 Gründe, warum du Teil einer Gemeinde sein solltest

Meine Frau und ich leben für 4 Monate an einem anderen Ort. Uns ist klar, dass wir in eine Gemeinde gehen werden. Gemeinde ist uns wichtig.

eine Gemeinde

Ich habe den Eindruck, dass diese Überzeugung mehr und mehr schwindet. In unserer individualistischen Kultur erscheint der Gedanke, sich einer Gemeinde anzuschließen und Teil von ihr zu sein, doch irgendwie veraltet.

Dennoch ist es einer der ersten Ratschläge, die ich einem Junggläubigen mitgeben würde.

Such dir eine Gemeinde.

Ich weiß nicht, was du über Gemeinde denkst. Gehst du verbindlich in eine Gemeinde? Kann man dort mit dir rechnen?

Möglicherweise hast du alle möglichen guten Gründe, nicht zu einer Gemeinde zu gehören. Das was du bisher kennengelernt hast, hat dich ziemlich ernüchtert.

Ich stimme zu, dass Gemeinden oft nur noch Programme abzuspulen, ohne echtem Leben dahinter. Daraus folgt, dass die Gemeinden keine Anziehungskraft mehr ausstrahlen. Und am Ende bleibt als einzige Motivation zur Gemeinde zu gehen das Pflichtgefühl, dass man das halt so macht.

Abgesehen, von den Fehlentwicklungen die vielleicht auch die Gemeinden in deinem Umfeld durchmachen, und abgesehen von all der Kritik, die du vielleicht anbringen magst, möchte ich dir in folgenden Punkten darstellen, warum du eine Gemeinde brauchst.

1. Gott hat sich diese Art der Gemeinschaft ausgedacht.

Das bedeutet, wie sehr du auch kritisierst, und wie wenig Anlass du auch erkennst zu einer Gemeinde zu gehören. Der Gedanke von Gemeinde entstammt nicht dem klugen Hirn eines Menschen, sondern Gott selbst hat sich dies so ausgedacht.

2. Du bist automatisch Teil der Gemeinde wenn du mit Christus verbunden bist.

Das bedeutet, dass du es dir im Grunde genommen gar nicht aussuchen kannst, dazu zu gehören oder nicht. Wenn du zu Jesus gehörst du zur Gemeinde, und diese Tatsache muss ihren Ausdruck finden, in dem du Teil einer Gemeinde vor Ort bist.

3. Du bist unvollständig ohne Gemeinde.

Der Apostel Paulus macht dies anhand eines Bildes ganz deutlich. Er stellt die Gemeinde dar als einen Körper mit vielen Körperteilen. Jedes Körperteil hat seine bestimmte Aufgabe und kein Körperteil kann auf das andere verzichten.

Bist du ein Christ der nicht in eine Gemeinde geht, bist du im Bild gesprochen ein Finger der keine Hand hat, die ihn bewegt. Die Entwicklung deiner speziellen Gaben findest du nur in der Ergänzung durch andere in der Gemeinde.

4. In der Gemeinde erhälst du Korrektur und Ermahnung.

Bist du nicht Teil einer Gemeinde, mit allem was dazugehört, bist du sozusagen ohne Korrektur. Da ist niemand, der in dein Leben hineinsprechen kann. Auch ist niemand da, der dich korrigiert wenn du auf falschen Wegen unterwegs bist.

Der große Segen von Zurechtweisung und Korrektur entgeht dir, wenn du nicht Teil einer Gemeinde bist.

5. In der Gemeinde findest du Vorbilder.

Leider sind Menschen, die uns den christlichen Glauben vorbildhaft vor leben, heutzutage rar gesät. Wenn wir uns jedoch auf die Suche nach solch einem Menschen machen, werden wir ihn am ehesten in der Gemeinde finden.

Die Bibel spricht deutlich davon, dass wir Vorbilder brauchen um in unserem Glauben voranzukommen. Falls du solche Vorbilder in deiner Gemeinde nicht findest, dann fülle du selbst diese Lücke aus und sei ein Vorbild für andere.

6. In der Gemeinde erlebst du Zurüstung.

Einer der großen Aufgaben für eine Gemeinde ist es, die einzelnen Gläubigen so zuzurüsten, so dass sie fähig sind ihren Dienst in dieser Welt zu tun. (Eph 4,12)

In der Gemeinde hat Gott Menschen so begabt, dass diese anderen helfen sollen ihre Gaben entsprechend zu entwickeln und einzusetzen.
Die Gemeinde ist der Ort, wo du lernen kannst.

7. In der Gemeinde findest du Möglichkeiten Gott zu dienen.

Natürlich gibt es auch alle anderen möglichen Wege Gott zu dienen, aber die besten Möglichkeiten bieten sich in einer Gemeinde. Fange an, dich in deiner Gemeinde einzubringen.

Tu das woran du Freude hast und schau, wie Gott es gebraucht. Leider ist es so, dass viele Christen in der Gemeinde sich nur noch bedienen lassen. Sei du anders und suche nach Wegen Gott in der Gemeinde zu dienen.

8. In der Gemeinde kannst du Freundschaften schließen.

Vielleicht hast du bisher niemanden gefunden, der mit dir auf einer Wellenlänge ist. Du verstehst dich mit deinen Freunden, die Nicht-Christen sind immer noch viel besser.Das Problem ist, dass du in vielen Dingen nicht mehr mitgehen kannst mit deinen Freunden.

Möchtest du ernsthaft als Christ leben, werden sich die Beziehungen zu deinen alten Freunden lockern. Dann brauchst du andere Beziehungen. Diese findest du in der Gemeinde.

9. In der Gemeinde erfährst du Hilfe auf unterschiedlichste Weise. 

Dies ist eines der wichtigen Prinzipien, die Paulus den Gemeinden in Galatien vermitteln will. Dort sagt er: „Einer trage die Last des anderen.“ und an anderer Stelle: „Hört nicht auf mit dem Gutes tun“. Du darfst also erwarten, dass andere deine Lasten mit dir tragen und dass sie dir Gutes tun.

Du bist nicht allein. Was du brauchst an Hilfe und Unterstützung bekommst du in der Gemeinde. Sei nur so offen und bitte darum.

Diese Gründe beziehen sich nicht auf eine bestimmte Gemeindeform. Ich glaube sie sind universal gültig. Sie gelten hier in Deutschland, wie auf den Philippinen. Sie gelten für Hausgemeinden und Megachurches.

Ich möchte dich so gerne ermutigen, den Wert von Gemeinde zu entdecken und dementsprechend eingestellt zu sein.

Frage: Gibt es für dich noch andere gute Gründe Teil von einer Gemeinde zu sein. Was bedeutet dir Gemeinde überhaupt? Wie gehst du damit um, wenn du viel schlechtes an deiner Gemeinde findest? 

Comments

  1. Ich bin in den über 40 Jahren meines Glaubenslebens schon in einigen, sehr verschiedenen Gemeinden gewesen; manche habe ich aus gutem Grund verlassen. Und doch glaube ich, ein Christ kann alleine nicht überleben – ich hätte es nicht gekonnt. Christsein macht auch alleine keinen Sinn: Jesus hat eine Braut und keine „Bräute“. Auch wenn er jeden einzelnen von uns liebt, so ist er doch gestorben, um sich ein EigentumsVOLK zu erkaufen. Wir sind in Gottes Augen ein Kollektiv! Habe das hier mal versucht auszudrücken: https://geteilt.wordpress.com/2012/07/22/herde-gottes/

  2. Hallo Ruth, danke für deine ausführliche Stellungnahme. Deine Einsichten erfreuen mich. Deinen verlinkten Artikel habe ich auch gelesen. Es ist ein Gedicht, dass sich auf das Hohelied bezieht. Interessant diese Verbindung. Was mir auffällt: Ich sollte auch mal ein Gedicht schreiben.