Was mich der Fall Hoeneß über Schuld und Sühne lehrt

 

Unglaublich, was in den letzten Tagen über den Fall Uli Hoeneß berichtet wurde. Jeder Nachrichtendienst im Internet hatte seinen eigenen Livestream zu den Ereignissen im Gerichtssaal. Soeben wurde das Urteil verkündet. Uli Hoeneß muss für drei Jahre in Haft.

Das Landgericht München hat diese bekannte öffentliche Person für schuldig befunden, über mehrere Jahre Steuern in millionfacher Höhe hinterzogen zu haben.

Dabei war Uli Hoeneß in der Öffentlichkeit stets um ein gutes Image bemüht. Er engagierte sich in verschiedenen Sozialprojekten und hatte sich vor allem verdient gemacht als Manager und Präsident des FC Bayern München.

So war es dann auch verständlich, dass viele Menschen einen Freispruch für Hoeneß erhofften. Auch der Aufsichtsrat des FC Bayern, geführt von Spitzenmanagern der größten deutschen Konzerne, hielt dem Präsidenten die Treue, trotz der schweren Vorwürfe.

Doch nun ist das Urteil gesprochen. Schuldig. Der teuer bezahlte Staranwalt Feigen konnte nichts ausrichten.

Dieser 4-tätige Gerichtsprozess hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich will für mich folgende geistliche Lehren aus diesem Fall ziehen.

1. Wir werden alle Mal vor Gericht stehen.

Genau daran musste ich denken, als ich die Tage diesen Prozess beobachtete. Die Bibel spricht in aller Deutlichkeit davon, dass jeder sich mal vor dem Gericht Gottes verantworten muss.

Sterben müssen alle Menschen; aber sie sterben nur einmal, und darauf folgt das Gericht. Hebr 9,26

Es gibt zwei Arten von Gericht. Das eine Gericht erwartet all diejenigen die hier auf Erden nicht an Jesus Christus geglaubt haben und somit in ihrer Schuld geblieben sind.

Das andere Gericht erwartet die Gläubigen, die vor Gott stehen und nach ihren Taten den gerechten Lohn erhalten.

In Anbetracht dieses Gerichtsprozesses will ich mich neu darüber freuen, dass ich nicht als „Schuldig“ verurteilt werde. Ich werde der Strafe entgehen, weil ich glauben darf.

2. Wir müssen Rechenschaft ablegen über unser tun.

Sicher war es nicht leicht für Uli Hoeneß, dass er voll und ganz Rechenschaft ablegen musste vor Gericht über all die Geldgeschäfte, die er in den Jahren 2003-2009 getätigt hatte.

Auch Gott wird eines Tages ein gerechtes Urteil fällen und er wird es tun, weil er auf unser Leben schaut. Nichts, aber auch wirklich gar nichts wird Gott dabei aussen vor lassen.

In dieser Welt gibt es viel Ungerechtigkeit, die von keinem Gericht dieser Welt entdeckt wird. Aber vor Gott wird eines Tages jede Ungerechtigkeit aufgedeckt.

3. Das Urteil wird ohne Ansehen der Person gefällt.

Das spannende im Fall Hoeneß war es ja gerade, dass eine berühmte Person mit hohem Ansehen vor Gericht stand. Die Frage, die alle beschäftigte war: Wie werden die Richter entscheiden? Die Beweislage war klar. Aber in wie weit hat die Bekanntheit der Person einen Einfluss auf das Urteil, das gefällt wird.

Die Richter haben sich nicht vom Ansehen der Person leiten lassen, als sie das Strafmaß auf 3 Jahre und 6 Monate festgelegt haben.

Eines Tages wird Gott ebenso ohne Ansehen der Person einen jeden richten nach dem was er getan hat. Vor dem Gericht Gottes sind alle Menschen gleich.

4. Gute Werke ändern nichts an der Schuldfrage.

Hoeneß wurde gelobt für sein soziales Engagement. Auf einem Banner war vor dem Gerichtssaal zu lesen: „Freispruch für Hoeneß, er tat doch so viel Gutes.“ Auch die Verteidigung plädierte auf Strafmilderung weil Hoeneß sich verdient gemacht hat um das allgemeine Wohl. Ausserdem war er bislang ein unbescholtener Geschäftsmann.

Doch der Verweis auf gute Werke, konnten die Schuld nicht bedecken, die Hoeneß durch seine illegallen Geldgeschäfte auf sich geladen hatte.

Ebenso wird auch jeder Mensch eines Tages nicht vor Gott damit durchkommen, auf sein unbescholtenes Leben zu verweisen. Wir können der Strafe für unsere Schuld nicht entgehen, weil wir auf unsere guten Werke verweisen.

5. Wir brauchen mehr als einen Verteidiger.

Jeder Beschuldigte bekommt vor Gericht einen Verteidiger an die Seite gestellt, der ihm recht verschaffen soll. Hoeneß hatte einen Staranwalt gebeten, ihn in diesem Gerichtsprozess zu vertreten.

Im Falle Hoeneß, der eindeutig schuldig war und dementsprechend verurteilt wurde, konnte selbst der beste Verteidiger nichts mehr tun.

Unsere Schuldfrage vor Gott können wir nicht durch einen Verteidiger klären. Denn wir sind eindeutig schuldig. Wir haben alle gesündigt und somit den Tod verdient.

Wir brauchen mehr als einen Verteidiger. Wir brauchen einen Stellvertreter, der für uns die Strafe auf sich nimmt. Wir brauchen einen Stellvertreter, der vom Gericht akzeptiert ist.

Und genau diesen Stellvertreter haben wir in Jesus Christus. Er verteidigt uns nicht, sondern er ging selbst in den Tod, um für unsere Schuld zu bezahlen. Die Strafe wurde ihm auferlegt, so dass wir gerettet werden können.

Vor dem Gericht Gottes können wir nur bestehen, weil Gott das Opfer seines Sohnes akzeptiert, das für unsere Sünde Sühnung schafft. Jeder der an dieses Opfer glaubt und sein Vertrauen da hinein setzt, wird am Ende freigesprochen.

Uli Hoeneß konnte mit seiner Schuld vor dem Landgericht München nicht bestehen.

Wir alle können mit unserer Schuld vor dem Gericht Gottes nicht bestehen. Wir brauchen einen Retter, der uns bewahrt vor der ewigen Strafe Gottes. In Jesus gibt es Sühnung für unsere Schuld.

Daran denke ich am Ende dieses Tages.

Frage: Wie hast du diesen Prozess erlebt? Ist das Problem deiner Schuld schon gelöst? Wie geht es dir, wenn du daran denkst, dass Jesus die Strafe für deine Sünde getragen hat?

Comments

  1. MonRoh says:

    Toller Artikel mit aktuellem Bezug. Danke dafür. Es tut sich das immer neu bewusst zu machen. Bist ein guter „blogger“!

    • Danke MonRoh, für deine Rückmeldung. Da ich mir dachte, dieser Fall ist jedem bekannt, sah ich es als richtig an, ihn von dieser Perspektive zu beleuchten.